Aquarienfilter
Aquarienfilter haben eine wichtige Aufgabe im Stickstoffkreislauf des Aquariums. Da unsere Fische im Aquarium in einem sehr begrenzten Biotop leben und dementsprechend kein Frischwasser ständig nachgeführt wird, müssen die Prozesse zur Reinigung beschleunigt werden. Was in der Natur normalerweise durch Bakterien im Boden und Wasser abläuft muss im Aqiuarium im Filter intensiviert werden.Die Ausscheidungen der Fische, abgestorbene Pflanzenreste und Reste von Fischfutter werden durch verschiedene Bakterien in Ammonium > Nitrit zu Nitrat abgebaut.
Diese Bakterien und Mikroorganismen siedeln im Aquarienboden und im Aquarienfilter auf geeigneten Trägern mit großer Oberfläche wie Keramikröllchen oder Kunststoffkugeln. Von dort werden die Stoffe aus dem vorbeifliessenden Wasser aufgenommen und verstoffwechselt.
Dabei ist nur die Filterfläche und nicht der Filterdurchsatz wichtig. D.h. je größer der Filter desto besser. Wieviel Wasser pro Minute durch den Filter geleitet wird nebensächlich. Es sollte jedoch nicht mehr als das Beckenvolumen in Liter pro Stunde durch den Filter strömen.
Notfalls kann man die Pumpenleistung reduzieren, in dem auf der Druckseite das Ventil eingedrosselt wird. Einer Kreiselpumpe schadet das nicht. Es reduziert sogar den Stromverbrauch der Pumpe.
Das Messen der Pumpenleistung in Liter pro Stunde kann man durch "auslitern" feststellen. Dazu läst man das Wasser der Pumpe einfach in einen Eimer mit bekanntem Volumen laufen und stoppt die Zeit bis der der Eimer gefüllt ist.
Bsp.: Eimer mit 10 Liter Inhalt. Gestoppte Zeit: 3 Minuten.
Umgerechnet: 10 Liter/ 3 Min. = 3,33 Liter/Min. x 60 Min. = 199,8 Liter/h.
Für ein Aquarium mit 200 Liter also in Ordnung.
Bauarten der Filterpumpen
Außenfilter
- Diese Bauart ist am gebräuchlichsten. Sie wird außerhalb des Aquariums, meist unterhalb im Aquariunschrank aufgestellt. Durch Saug- und Druckleitung ist sie mit dem Aquarium verbunden. Außenfilter sind etwas umständlicher zu montieren, da die Schläuche mitsamt Absperrventilen und Formstücken für die Ansaugung und Auslaßseite zusammengesteckt werden müssen. Das erfolgt i.d.R. jedoch einmal, dann ist Ruhe.Der Vorteil ist das große Filtervolumen und die flexible Einsatzmöglichkeiten wenn später mal zusätzliche Technik wie UV-Entkeimer oder Langsamfilter hinzu- kommen sollen. Diese können dann einfach zwischen die Schlauchleitungen montiert werden.
Auf der Saugseite hängt ein Ansaugkorb an einem Formstück aus Kunststoffrohr im Aqaurium. Der Saugkorb verhindert das Ansaugen größerer Teile wie Pflanzenblätter oder gar Zierfischen. Außerdem kann das Saugrohr nicht durch Verschmutzung verstopfen. Nach dem Kunststoffrohr folgt ein flexibler Schlauch und unmittelbar vor der Pumpe ein Absperrventil.
Die Druckseite entlässt das gereinigte Wasser. Ebenfalls unmittelbar nach der Pumpe folgt wieder ein Ventil, der flexible Schlauch und das Kunststoffformstück für den Auslauf ins Aquarium. Hier sollte ein herabplätchern des Wassers ins Becken vermieden werden. Ebenso eine zu starke, eng ausgerichtete Strömung.
Ausnahmen bilden da einige Artenbecken.
Einige Außenfilter verfügen über eine eingebaute Heizung mit Thermostat. Bei solchen Kombigeräten kann auf einen Heizstab im Aquarium verzichtet werden. Auf einen Bodenfluter würde ich jedoch nicht verzichten.
Filtermedien
Außenfilter werden von Unten nach Oben durchströmt. Die Schichtung der Filtermedien im Filter ist von Vorfilter über Haupfilter nach Feinfilter aufgebaut. Das verhindert das der Filter sich zu schnell mit größeren Stoffen zusetzt und kein Wasser mehr zirkulieren kann.Filtermedien gibt es sehr viele Verschiedene. Gängig sind Keramikröhrchen in den 2 unteren Schichten. Die Unterschicht mit größerem Durchmesser als die 2te. Gefolgt von Filtervlies oder Filterwatte die kleine Schwebeteilchen zurück- und das Wasser klar hält. Als Filtermaterial kommen auch spezielle Kunststoffbälle zum Einsatz.
Allen ist jedoch die große Filterfläche gemein.
Außenfilter können auch bei Bedarf mit Spezialfiltermaterial wie Aktivkohle zum Binden von Medikamenten oder zur Bindung von Phospat oder Nitrat bestückt werden.
Innenfilter
- werden im Aquarium aufgehängt. Sie sind sehr kompakt gebaut, beinhalten meist sogar eine Heizung und eine Einrichtung zur CO2-Dosierung. Die Montage ist denkbar einfach, da sie nur mit Saugnäpfen an der Aquarienscheibe befestigt werden. Die Pumpenleistung kann ebenfalls eingestellt aber schwer gemessen werden. Durch das geringe Filtervolumen erreichen diese Filter nicht die Reinigungsleistung eines Außenfilters. Für schwach besetzte und kleine Aquarien sind sie aber gut geeignet.Reinigen des Aquarienfilters
Im Filter baut sich mit der Zeit eine kleine Lebensgemeinschaft aus Mikroorganismen auf. Diese sollte so wenig wie möglich in Ihrer Leistung geschwächt werden.Daher sollte eine Filterreinigung sich darauf beschränken, den Durchfluss des Wassers zu gewährleisten und sperrige Pflanzenreste o.ä. zu entfernen.
Dazu genügt es das Filtermaterial zu entnehmen und kurz abzuspülen. Es ist nicht das Ziel die Filterwatte wieder weiß zu bekommen. Ablagerungen am Behälterboden entfernen, das Pumpenrad und die kleinen Kanäle mit einer Rundbürste reinigen, fertig.
Dabei niemals Reinigungsmittel oder heißes Wasser verwenden !
Kurz und Bündig
Für Aquarien ab 100 Liter eigen sich Außenfilter am besten. Das Volumen des Filters ist wichtiger als die Pumpenleistung. Diese sollte das Beckenvolumen in Liter pro Stunde nicht übersteigen.
Innenfilter eignen sich für kleine Aquarien mit wenigen Fischen.
Für Aquarien ab 100 Liter eigen sich Außenfilter am besten. Das Volumen des Filters ist wichtiger als die Pumpenleistung. Diese sollte das Beckenvolumen in Liter pro Stunde nicht übersteigen.
Innenfilter eignen sich für kleine Aquarien mit wenigen Fischen.